Hartes Durchgreifen gegen Daigou-Händler

Chinas E-Commerce und Daigou-Händler

Chinas E-Commerce ist aufgrund der hohen Nachfrage der örtlichen Verbraucher nach Premium-Marken und hochwertigen Produkten aus dem Ausland in den letzten Jahren exponentiell gewachsen. Dieses Wachstum ist nun gefährdet, da ein großer Teil der Einkäufe über sogenannte Daigou-Händler erfolgt.

Der Begriff Daigou bedeutet, im Auftrag zu kaufen. Eine Person außerhalb Chinas kauft Waren für eine in China lebende Person. Dieser Begriff kann bis zum Jahr 2005 zurückverfolgt werden und bezog sich ursprünglich auf ausländische Reisende und Studenten, die für ihre Familien ausländische Waren mit nach Hause brachten.

Da die chinesische Regierung hohe Steuern auf ausländische Waren erhob, wurde Daigou zu einem Nischenmarkt. Daigou-Händler wurden unter anderem durch den Ausbrauch des „Chinesischen Milchskandals“ beliebt – ein Vorfall, der sich im Jahr 2008 ereignete. Dadurch ist das Vertrauen der chinesischen Verbraucher in chinesische Marken gesunken, was zu einer steigenden Nachfrage nach ausländischem (oft niederländischem) Milchpulver und anderen ausländischen Waren führte.

Neue Richtlinien für E-Commerce und Steuern

Ab dem 1. Januar 2019 treten neue Richtlinien für den chinesischen E-Commerce und neue Gesetze für Daigou-Händler in Kraft. Gemäß dieser neuen E-Commerce-Politik wird das chinesische Finanzministerium 63 Produktkategorien zur Warenliste hinzufügen, von denen einige beim Kauf über grenzüberschreitende E-Commerce-Plattformen zollfrei sein werden. Dazu gehören beliebte Konsumgüter wie Elektronik, Lebensmittel, Gesundheitspflege und Kosmetik. Insgesamt 1.321 Artikel sind aufgrund der neuen Richtlinie in der Liste der zollfreien grenzüberschreitenden E-Commerce-Produkte enthalten.

Die steuerfreie Quote steigt bei einer einzigen Transaktion um 150 Prozent von 2.000 RMB (291,62 USD) auf 5.000 RMB (729,05 USD). Verbraucher, die hochwertige Produkte kaufen, werden daher mehr von dem höheren Einzeltransaktionslimit profitieren. Die Jahresquote der einzelnen Verbraucher wird von China im grenzüberschreitenden E-Commerce im Gegensatz zu den vorherigen 20.000 RMB (2.916,20 USD) auf 26.000 RMB (3.791,06 USD) gelockert. Diese Jahresquote wird vom Ministerium erhöht, da das gesamte Volkseinkommen in Zukunft wachsen wird.

Neue Vorschriften für Daigou-Händler

Da die chinesischen Behörden enorme Steuereinnahmen an Daigou-Händler verlieren, sind Daigou-Händler seit dem 1. Januar 2019 dazu verpflichtet, Steuern anzumelden und zu zahlen. Daigou-Händler müssen nun Lizenzen erwerben und sich offiziell als Unternehmen registrieren lassen, da sonst Geldbußen für illegale Geschäfte und Steuerhinterziehung drohen. Zur wirksamen Durchführung dieser neuen Regelung wurden die Flughafen-Inspektionen beim chinesischen Zoll für Daigou-Händler angeblich verdoppelt und einige wurden bereits wegen Steuerhinterziehung inhaftiert.

Auswirkungen

Die neue politische Initiative wird den Verbrauchern in China zugute kommen. Im Gegensatz zu Daigou-Verkäufern werden die Verbraucher aufgrund strengerer Regeln von der Glaubwürdigkeit und Authentizität der Einzelhändler und deren Produktangebot auf grenzüberschreitenden E-Commerce-Plattformen profitieren.

Durch den stark ausgeübten Druck auf die Daigou-Händler plant die chinesische Regierung eine weitere Steuererhebung aus grenzüberschreitenden E-Commerce-Importen. In der Vergangenheit konnten Daigou-Händler diese Steuern umgehen, indem sie ihre Importe als persönliche Gegenstände deklarierten. Diese Daigou-Praxis wurde auf mehrere Milliarden pro Jahr geschätzt, wodurch die Behörden enorme Steuereinnahmen verloren haben.

Ausländische Einzelhändler

Von Chinas Vorgehen gegen Daigou werden auch ausländische Einzelhändler profitieren. In der Vergangenheit konnten Verbraucher bei Käufen über Daigou-Händler Einfuhrzölle sparen, was ihnen einen Vorteil gegenüber traditionellen Einzelhändlern verschaffte. Dadurch kommt Chinas Drängen auf eine Regulierung der Daigou-Händler auch den ausländischen Einzelhändlern zugute. Die neu eingeführte Transparenz dieser Regulierung wird angesichts des von großen ausländischen Einzelhändlern vorangetriebenen Online-Handels eine positive Entwicklung erfahren.

Darüber hinaus wird das harte Durchgreifen gegen Daigou-Händler dazu führen, dass Käufe von diesen Händlern immer teurer werden, sodass Produktangebote von ausländischen Händlern für chinesische Verbraucher wettbewerbsfähiger werden. Bisher hatten von Daigou verkauften Produkte gegenüber legitimen Verkäufern, die Steuern gezahlt haben, einen Wettbewerbsvorteil, weil sie diese Steuern in der Regel hinterzogen haben.

Mit dieser neuen Richtlinie werden Daigou-Händler vermutlich kurzfristig eine Pause einlegen und beobachten, ob die Behörden die neuen Richtlinien weiterhin durchsetzen werden.

Zudem werden auch Händler davon profitieren, die über legitime grenzüberschreitende E-Commerce-Kanäle in China verkaufen. Durch eine erweiterte Präferenzregelung und angemessene Unterstützung können sie sich nun gegen Konkurrenten und Fälscher in Grauzonen bewähren.

Mit den neuen E-Commerce-Vorschriften, insbesondere für Daigou-Händler, die am 1. Januar 2019 in Kraft getreten sind, verfolgt China jetzt das Ziel, die Aufsicht und die Regulierung des heimischen E-Commerce-Marktes zu verbessern.

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