Kosmetikprodukte als „medizinisch“ zu bewerben jetzt in China verboten

Die chinesische Food and Drug Administration (CFDA) hat mehrere neue Vorschriften erlassen, die einen großen Einfluss auf die Vermarktung von Kosmetika in China haben werden. Eine der bemerkenswertesten Änderungen ist, dass es ab sofort illegal ist, Kosmetikprodukte mit „medizinische Vorteilen“ zu bewerben.

Mit den neuen Vorschriften versucht China, mit den globalen FDA-Standards Schritt zu halten. Die meisten Länder der Welt lassen diese medizinischen Angaben nicht zu und machen eine klare Unterscheidung zwischen Kosmetikprodukten und pharmazeutischen Produkten. Dieser Schritt stellt sicher, dass die ausländischen Märkte für chinesische Hersteller zugänglich bleiben.

Gutes Timing

Dieser Schritt der CFDA kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, da der Trend der medizinischen Kosmetik in China gerade erst an Dynamik gewinnt. Die Branche hat sich von 3,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 auf 9,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 verdreifacht.

Dass diese Entscheidung der EDA der Branche schaden wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Die Nachfrage nach Kosmetika wächst rasant und Marktexperten erwarten, dass der Markt für Kosmetika weiter wachsen wird, ob nun reguliert oder nicht. Wenn man den chinesischen Markt mit anderen Märkten vergleicht, macht die medizinische Kosmetik derzeit nicht mehr als ein Fünftel des heimischen Kosmetikmarktes in China aus. In anderen Märkten wie Europa, den USA und Japan haben „medizinische“ Kosmetika (Etikette als ärztlich zugelassene oder verschreibungspflichtige Medikamente) bereits rund 50-60% der nationalen Märkte erobert.

 

Deutliche Warnung: Es ist illegal

Die National Medical Products Administration (die Teil der CFDA ist) ist in ihren Aussagen zur neuen Politik sehr deutlich: Jedes Kosmetikprodukt, das mit einem eingetragenen Namen, der sich entweder auf „medizinische Kosmetik (药妆)“ oder „medizinische Hautpflegeprodukte (医学护肤品)“ bezieht, ist illegal.

Auch jedes Produkt, das eine medizinische Wirkung auf seinen Etiketten geltend macht, dient für medizinische Angaben in Marketingkampagnen und werden ab sofort als illegal angesehen. Die Regierungsbehörde erklärte auch, dass es nicht mehr erlaubt sei, von einem kosmetischen Inhaltsstoff mit medizinischen Eigenschaften zu sprechen. Ein Beispiel dafür ist EGF (epidermaler Wachstumsfaktor), ein Inhaltsstoff, der in Hautpflegeprodukten weit verbreitet ist, weil er angeblich die Wundheilung beschleunigt.

Unklar

In den USA waren wurden Marken bezüglich der Werbung sehr kreativ, um medizinische Vorteile hervorzuheben, ohne sie tatsächlich anzusprechen. Sie bewerben Kosmetik stattdessen mit Worten wie „stärkend“. Aber ohne eine derzeit geltende Gesetzgebung würden viele Marken auch nicht zögern, den Begriff „medizinisch“ zu verwenden.

Während das neue Gesetz die Verwendung bestimmter Wörter verbietet, ist es unwahrscheinlich, dass sich der grundlegende Ansatz der Vermarktung von Kosmetika erheblich ändern wird. Am Ende werden die Marken ihre Produkte so günstig wie möglich präsentieren, mit Worten, die dem Verbraucher einen gewissen Eindruck über die Wirkung des Produkts vermitteln.

 

Chinesische Plattformen passen sich schnell an

Die größten chinesischen Vertriebsplattformen brauchten nur sehr wenig Zeit, um zu reagieren. Die beliebte E-Commerce-Plattform Taobao hat Verkäufern recht schnell eine Nachricht zukommen lassen, dass alle Suchanfragen nach „Medizinischer Kosmetik (药妆)“ auf ihrer Website ab sofort blockieren werden. Potenzielle Kunden, die nach diesen Keywords suchen, erhalten keine Ergebnisse mehr. Andere E-Commerce-Plattformen wie Vip.com folgten diesem Beispiel, während andere Plattformen etwas langsamer waren. Bei einer Suche nach药妆 werden auf namhaften E-Commerce-Plattformen wie JD.com und dem beliebten Tmall immer noch Ergebnisse geliefert.

 

Die schnelle Bewegung der Marken

Nicht nur die Plattformen reagieren schnell, auch bekannte Kosmetikmarken zeigen eine überraschende Agilität und Schnelligkeit. Bereits mehrere chinesische Websites berichteten davon, dass bekannte Marken wie Vichy und La Roche-Posay alle medizinischen Ansprüche von ihren Firmen-Websites entfernt haben.

Sie halten auf Trab

Es ist gut, dass die Regierungen handeln, um irreführende Werbung von Marken zu unterbinden und zu garantieren, dass alle Inhaltsstoffe in chinesischen Kosmetikprodukten sicher sind. Aber es sind nicht mehr nur die Regierungen, die die Kosmetikindustrie im Auge behalten. Auch die Verbraucher nutzen eine Quelle, auf die sie sich bei der Information über Schönheitsprodukte verlassen können: wissenschaftliche Beauty-Blogger (und Vlogger). Diese Blogger und Meinungsbildner nutzen die Wissenschaft, um festzustellen, was Kosmetika wirklich bewirken und entmystifizieren so die Branche.

Diese Blogger haben bei der Sicherheitsgewährleistung des Verbrauchermarktes bereits mehrere Male eine wichtige Rolle gespielt. Ein Beispiel wäre Hao Yu, ein sehr beliebter Beauty-Blogger, der La Mer verklagt hat. Hao Yu behauptete, dass diese Luxuskosmetikmarken in ihrer chinesischen Werbekampagne Behauptungen über die Wirkung ihrer Produkte aufgestellt hätten, die völlig übertrieben seien. Die Klage betraf den Verkauf von Produkten mit einer restaurativer Wirkung in China. Die Ergebnisberichte von Estée Lauder (der Muttergesellschaft von La Mer) zeigen, dass die Marke La Mer im vierten Quartal 2018 einen Wert von weit über einer Milliarde US-Dollar hatte. Der Hauptantrieb: Chinesische Verbraucher.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, warum es sehr wichtig ist, eine Gesetzgebung zu haben, die den Ansprüchen von Marken Grenzen setzt. Und auch wenn dies die chinesische Kosmetikindustrie zunächst etwas verlangsamen mag, sieht die langfristige Perspektive positiv aus. Diese Veränderung, die zunächst schmerzhaft war, wird sich als Stärkung der Branche erweisen.

 

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